SPD fordert: Die Geburtshilfestation muss in Borken bleiben

Setzen Sie sich mit Ihrer Unterschrift für den Erhalt der Geburtshilfestation im Borkener St. Marien- Krankenhaus ein!

Borken ist eine wachsende Kreisstadt mit über 42.000 Einwohnern. Als Mittelzentrum versorgt die Stadt die umliegenden Gemeinden.

Trotz etwa 500 Geburten pro Jahr soll die Geburtshilfestation aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen werden, siehe BZ vom 16.11.2019. Zur Daseinsvorsorge einer familienfreundlichen Kreisstadt gehört für uns ohne Wenn und Aber die Geburtshilfe vor Ort.

Begründung

„Born in Borken“ betriebswirtschaftlich unrentabel

Selten lösen Zeitungsartikel ein so großes Echo aus wie die Meldung, dass die Geburtshilfe am Borkener St. Marien-Hospital 2022 schließen soll. Geht es nach dem Willen der Geschäftsführung des Klinikums Westmünsterland, soll ab diesem Zeitpunkt der Borkener werdenden Mutter nur das Kreißen in Bocholt möglich sein. Als Gründe für diesen angestrebten Geburtstourismus werden die Sicherstellung der Versorgungsqualität und Wirtschaftlichkeit angegeben.

Tatsächlich ist eine Geburt nicht nur ein wunderschönes persönliches Erlebnis werdender Eltern und ein Dienst an der Gesellschaft, sondern auch ein Wirtschaftsfaktor. Und in unserem Gesundheitssystem ist eine Mutter, die ein Kind auf natürlichem Weg zur Welt bringt, monetär weniger einträglich als jene, die sich einem Kaiserschnitt unterzieht.

Seit der Abkehr vom Kostendeckungsprinzip und Einführung der Fallpauschale sowie der Öffnung für private Betreiber im Gesundheitswesen steht der Mensch nicht mehr im Mittelpunkt , sondern wird nur noch als ein Kostenfaktor für den Klinikbetreiber betrachtet. Was an sich schon fatal ist, wirkt sich um so mehr da aus, wo es letztlich hier gar nicht um Krankheit, sondern um einen natürlichen Vorgang wie eine Geburt geht- und von denen gibt es immerhin jährlich fast 500 am St.- Marien-Hospital.

Es ist aus Qualitätsgründen nachvollziehbar, dass nicht jedes kleinere Krankenhaus jede OP durchführen soll, weil nur eine gewisse Routine eine angemessene Qualität sicherstellt. Leider ist es so, dass Daseinsfürsorge immer mehr zur Ware verkommt. Bundes- sowie Landespolitisch wird eine Reduktion der Zahl der Krankenhäuser und Zentrenbildung gefordert, weil es angeblich immense Überkapazitäten gibt. Überspitzt gesagt wäre wohl ein großes Krankenhaus für ganz Deutschland eine Vision der agierenden Personen.

Vergessen wird, dass gerade im ländlichen Bereich der Mensch dabei schnell auf der Strecke bleibt. Beim Thema Geburtshilfe wird es sogar in Ballungsräumen langsam knapp. Eine Geburt nicht nur ein schönes, sondern auch ein sensibles und sehr intimes Thema ist. Eine Betreuung durch ein und dieselbe Hebamme vor, während und nach der Geburt wäre ein erstrebenswerter Zustand. Ob dies beim zukünftigen Modell „Born in Bocholt“ gewährleistet werden kann, darf bezweifelt werden. Hinzu kommt das Problem, dass die Zahl der selbständigen Hebammen immer mehr abnimmt, weil die Beiträge für die Haftpflichtversicherung ihnen die Luft zum Atmen nehmen.

Politik und Bürger sind jetzt gefragt, zusammen für „ihre“ Geburtshilfe zu kämpfen, damit werdende Mütter und deren Familien eines der intensivsten Erlebnisse des Lebens möglichst nahe an ihrem gewohnten Umfeld erleben und genießen können, damit wir unsere Neugeborenen nicht aus Bocholt importieren müssen, damit die Kreisstadt eine „Kreiß“stadt bleibt und damit auch in zukünftigen Personalausweisen als Geburtsort „Borken“ auftaucht.

Deshalb: Wir fordern den Erhalt der Geburtshilfe in Borken!

Hier geht es zur Onlinepetition.

https://www.openpetition.de/petition/online/erhalt-der-geburtshilfestation-in-46325-borken

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!