Gedenken zum 8. Mai

Am Eingang des Friedhofs lagen Steinchen bereit, die die Besucher der Gedenkstunde nach jüdischem Brauch an den Gräbern ablegen konnten.

Dazu eingeladen hatte wie in den Vorjahren die Borkener SPD. Gastredner war
diesmal Andreas Lüke, Pfarrer der katholischen Christus-König-Gemeinde Gemen. Die Kombination des Datums des Kriegsendes mit dem jüdischen Friedhof als Ort des Gedenkens lenke den Blick auf die sechs Millionen jüdischen Opfer des NS-Regimes, so Lüke. Zugleich bezog sich der Pfarrer in seiner Ansprache auf den Antisemitismus, der aktuell in der
Bundesrepublik leider um sich greife. Gefragt seien Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern und Ehrfurcht. Lüke ging auf die Jahrtausende alte Geschichte des Judentums ein und nannte zahlreiche Beispiele, wie Juden Angriffen und Unterdrückung ausgesetzt waren. Zudem wies der Geistliche auf die theologischen Gemeinsamkeiten mit dem Christentum hin: „Die Juden sind unsere Väter im Glauben und bleiben es, trotz all der Angriffe auf ihr Lebens- und Entfaltungsrecht“, betonte Lüke.
Nach der Ansprache hatten die Teilnehmer der Gedenkfeier Gelegenheit, nach jüdischem Brauch kleine Steine an den Gräbern niederzulegen.