BZ: SPD nennt Parkhaus Wahnsinn

Die SPD macht gegen die Pläne der Stadtverwaltung mobil, in der Brinkstraße ein Parkhaus zu bauen.

(Aus der Borkener Zeitung vom 4.4.2018)

Die SPD macht gegen die Pläne der Stadtverwaltung mobil, in der Brinkstraße ein Parkhaus zu bauen. Am Donnerstag vergangener Woche haben Mitglieder der Ratsfraktion auf dem Feierabendmarkt Flyer gegen das Projekt verteilt. Ein Argument: „Die Brinkstraße kann diesen Verkehr doch gar nicht aufnehmen“, sagt Evegret Kindermann im Gespräch mit der BZ. Außerdem sei ein Parkhaus kaum geeignet, die geplante neue Achse vom Diebesturm bis zum Marktplatz optisch aufzuwerten. Von „Hinterhof-Romantik“ ist in dem Flyer zu lesen.

Borkens Bürgermeisterin wundert sich über den Vorstoß der Sozialdemokraten. „In den bisherigen Diskussionen war ein politischer Dissenz in der Sache überhaupt nicht erkennbar“, sagt Mechtild Schulze Hessing. Im vergangenen Jahr ist der Stadtrat dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt, die drei Häuser Nummer 20, 22 und 24 zu kaufen. Laut Bürgermeisterin erfolgte das „ganz klar mit dieser Zielrichtung“, nämlich die Häuser abzureißen und an ihrer Stelle ein Parkhaus zu bauen.

Die SPD stellt die Notwendigkeit nun in Frage: „Parkplätze in der Innenstadt sind nicht wirklich knapp“, heißt es in dem Flyer. Für weitere Parkplätze sieht Evegret Kindermann vor allem Optionen für das Vennehof-Parkhaus. Hier soll – auch das ist Beschlusslage im Rat – die Zahl der Dauerpark-Ausweise drastisch reduziert werden. Kindermann bringt außerdem zusätzliche Etagen ins Spiel, „wenn das statisch machbar ist“.

Schulze Hessing verweist auf das Gutachten zum Parkraum in Borken, das Grundlage für die Entwicklung ist. „Es sind mehrere Maßnahmen nötig“, sagt sie. Neben dem Parkhaus im Norden der Innenstadt mit geplanten 200 Stellplätzen ist ein zusätzliches Parkdeck über dem Parkplatz hinter dem Krankenhaus im Gespräch. „Und durch das Parkleitsystem wird die Innenstadt um viel Suchverkehr entlastet“, sagt die Bürgermeisterin.

Beschlossene Sache ist das Parkhaus noch nicht. Über die Gestaltung ist noch gar nicht diskutiert worden. „Wir wollen eine städtebaulich ansprechende Lösung“, sagt Schulze Hessing. Das letzte Wort hat bei dem Bau wieder der Stadtrat.

Klar ist, dass ein Parkhaus an dieser Stelle ein kostspieliges Vorhaben für die Stadt wird. Die drei Gebäude sind im vergangenen Jahr für 1,9 Millionen Euro zum Kauf angeboten worden. „Für Kapitalanleger“, hieß es damals. Für die Stadt kämen nun noch der Abriss und der Bau eines Parkhauses hinzu. Fördermittel sind laut Bürgermeisterin nicht in Sicht.

Hier geht’s zum Parkhaus-Flyer.